Die Weiße Rose

"Christliche Motive zentral"
Zwei Männer stehen im Saal, sehen sich freundlich an und sprechen miteinander: Professor Michael Kißener (re.), der Referent des Abends, im Gespräch mit dem Historiker Professor Peter Claus Hartmann.
Professor Michael Kißener (re.), der Referent des Abends, im Gespräch mit dem Historiker Professor Peter Claus Hartmann.

Eine große Zahl an Fachleuten war am Abend des 21. März 2018 in die Katholische Akademie Bayern gekommen, um sich über die Widerstandsgruppe der "Weißen Rose" zu informieren und engagiert mitzudiskutieren. Der Referent des Abends, der Mainzer Historiker Prof. Dr. Michael Kißener, zeichnete anhand der Publizistik rund um die "Weiße Rose" deren gesellschaftliche Wahrnehmung von 1945 bis heute nach. Als Fazit hielt Michael Kißener dabei fest, dass die „Weiße Rose“ im kulturellen Gedächtnis der Deutschen verankert ist, dass sie zu einem „Erinnerungsort“ geworden ist.
Durch den Blick auf die Forschungstrends und die mediale Vermittlung gelang es dem Mainzer Historiker bei der Veranstaltung „Christlich motiviert? Kontroverse Deutungen der Geschichte der Weißen Rose“, neuere Forschungsergebnisse zum Widerstand der Geschwister Scholl und der weiteren Protagonisten der Gruppe einzuordnen. Michael Kißener legte sich dabei zum einen auf die Aussage fest, dass christliche Motive für die Mitglieder der „Weißen Rose“ zentral waren, dass man aber bei weiteren Bewertungen vorsichtig formulieren müsse. Man dürfe nicht übersehen, dass es sich bei den meisten Mitgliedern um sehr junge Menschen handelte. Das sei es normal, dass sich deren Handlungsmotive auch geändert hätten, je nach persönlicher Situation oder unter dem Eindruck von bestimmten Ereignissen.
Eine Reihe von Diskutanten aus dem Publikum - Wissenschaftler und der "Weißen Rose" verbundene Menschen - verwiesen dann in kurzen Statements auf spezifische Aussagen in den Quellen hin, die zum einen die religiöse Fundierung des Widerstandshandelns unterstreichen, aber auch das Verhalten kirchlicher Amtsträger kritisch beleuchten konnten. Besonders bewegend war, dass auch Verwandte der Widerstandskämpfer Alexander Schmorell, Christoph Probst und Kurt Huber zur Veranstaltung gekommen waren. Ebenfalls anwesend war auch Dr. Hildegard Kronawitter, 1. Vorsitzende der Weißen Rose Stiftung und der 2. Vorsitzende Markus Schmorell, ein Neffe des von der orthodoxen Kirche heiliggesprochenen Widerstandskämpfers.
In einer der kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift "zur debatte" wird das Referat von Michael Kißener nachzulesen sein.

Ein Korrespondenten-Bericht in der katholischen Nachrichtenagentur KNA ist bereits erschienen. Hier ein Auszug aus diesem Text.

Die katholische Zeitung "Die Tagespost" hat ebenfalls einen längeren Bericht zur Veranstaltung im Feuilleton gebracht.

An diesem Wochenende sehen Sie im Ökumenischen Fernsehmagzin "Kirche in Bayern" den kurzen Beitrag über unsere Veranstaltung. Das halbstündige Magazin wird von privaten, bayerischen Lokal-Fernsehsendern ausgestrahlt. Die genauen Sendezeiten in Ihrer Region finden Sie auf der Homepage von "Kirche in Bayern". 

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