Boden-los?!

Kampf für Bodenschutz
Zwei Frauen und ein Mann auf dem Podium: Sigi Hagl von den Grünen (re.) und Walter Heidl vom Bauernverband diskutierten auf einem der Panels. Die Diskussionsleitung hatte Nicole Podlinski.
Sigi Hagl von den Grünen (re.) und Walter Heidl vom Bauernverband diskutierten auf einem der Panels. Die Diskussionsleitung hatte Nicole Podlinski.

Knapp 100 interessierte Menschen nahmen am Montag, 29. Mai 2017 an der kompakten Veranstaltung "Boden-los?! Unterschätzte Herausforderung Bodenschutz" teil. In der Einführung legte der Wirtschaftsökonom Prof. Bernd Hansjürgens die Motive dar, aus denen heraus das Papier „Der bedrohte Boden“ der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) verfasst wurde. Die beiden Panels, souverän geleitet von Mattias Kiefer und Nicole Podlinski, waren lebendig und intensiv.

Die Diskussion mit dem Präsidenten des bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl und der Vorsitzenden der Grünen in Bayern Sigi Hagl war sehr lebhaft. Beide bezogen sich auf die gegenseiten Aussagen und gestalteten ihre Beiträge engagiert aber ohne Fachjargon und mit dem gebotenen polititschen Respekt voreinander. Die Unterschiede in den politischen Positionen betreffs des Bodenschutzes traten deutlich zutage. Während die Grünen auf schärfere politische Rahmengesetzgebung zum Bodenschutz und zu einer europäischen Bodenschutzrichtline drängen, setzt der Bauernverband auf freiwillige Einhaltung und Verbesserung von Standards und auf Kooperation mit den bäuerlichen Betrieben. Die bayrische Perspektive hat während der Veranstaltung leider überwogen, aber die vorgenannten Einschätzungen widersprechen nicht der Bundesebene.
Beide Podiumsteilnehmer begrüßten, dass die katholische Kirche sich dem Thema gewidmet hat und begrüßten ebenso die Inhalte des Expertentextes. Walter Heidl merkte allerdings an, dass bei den Experten kein Landwirt mitgewirkt habe und das im Papier die Ebenen zwischen Region, Deutschland und weltweit immer abwechselten. Die Moderatorin Nicole Podlinski arbeitete die Gemeinsamkeiten beider Refenten bezüglich der Unterstützung der bäuerlichen Familienbetriebe und des Bodenschutzes heraus. Insgesamt war es ein inhaltlich und politisch sehr ausgewogenes Fachpodium mit vorinformierten und interessiertem Fachpublikum und Multiplikatorenwirkung.

Bei einem kleinen Empfang auf Einladung der DBK klang die gelungene Veranstaltung, eine Kooperation von Akademie, DBK, der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle und der Katholischen Landvolkbewegung, aus.

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