Auswärtiges Amt und Drittes Reich

Kontroverse Diskussion über Studie
Auf dem Podium im Vortragssaal der Katholischen Akademie sitzen von links Prof. Dr. Christian Hacke, Moderator Prof. Dr. Thomas Brechenmacher und Prof. Dr. Norbert Frei, einer der Autoren der Studie.
Das sehr kontrovers diskutierende Podium: Professor Christian Hacke, Moderator Professor Thomas Brechenmacher und Professor Norbert Frei (v.l.n.r.).

Die Studie "Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik" hat in der breiten Öffentlichkeit großes Interesse geweckt und es wird leidenschaftlich über sie diskutiert. So auch am 12. Januar 2011 in der Katholischen Akademie. Das Besondere des Abends: Autoren der Studie und Kritiker trafen zum ersten Mal direkt in der Öffentlichkeit aufeinander. Prof. Dr. Norbert Frei, einer der vier Autoren der Studie, erläuterte vor gut 250 Teilnehmern in seinem Eingangsvortrag Ursprung und Entstehung des Werkes, sowie dessen Zielsetzung. Prof. Dr. Christian Hacke  kritisierte in seinem Statement unter anderem, dass die Urteile über die Diplomaten des Auswärtigen Amtes zu pauschal und zu wenig differenziert ausgefallen seien. Dem widersprach Frei energisch und führte aus, dass man nicht die Biographien der Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes schreiben wollte, sondern deren Wirken im NS-Staat und in der jungen Bundesrepublik zeigen wollte.

Professor Jürgen Habermas, der als Teilnehmer zu der Abendveranstaltung gekommen war, konstatierte nüchtern, dass nach so vielen Auseinandersetzungen unter Historikern über die Geschichte der NS-Zeit die Diskussionen immer noch sehr konfrontativ seien.

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