Alf Lechner

Kraft Körper Form
Menschen stehen im Freien vor einer massiven Skulptur: Im Park der Akademie ist diese 23 Tonnen schwere Skulptur aus Cortenstahl zu sehen, die schon während der Vernissage Aufmerksamkeit erregte.
Im Park der Akademie ist diese 23 Tonnen schwere Skulptur aus Cortenstahl zu sehen, die schon während der Vernissage Aufmerksamkeit erregte.

Alf Lechner kehrt an seine Wurzeln zurück. Die erste Ausstellung mit Werken des Bildhauers nach seinem Tod 2017 außerhalb des Lechner Museums und Skulpturenparks wird zurzeit in der Katholischen Akademie Bayern gezeigt. „Kraft Körper Form – Zeichnungen, Collagen und Skulpturen“ ist der Titel der Werkschau, die bis zum 9. September in der Katholischen Akademie Bayern, Mandlstraße 23, in München-Schwabing zu sehen ist.
Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt, führte bei der Vernissage am 8. Mai 2018 in das Werk Alf Lechners und konkret in die Werke ein, die in der Ausstellung zu sehen sind. Die Kunstexpertin verwies vor allem auf die Zusammenhänge zwischen den umfangreichen graphischen Werken und den massiven Stahl-Skulpturen hin, in denen es Lechner gelingt, die Grundform des Quadrats und Würfels wiederzuentdecken und in einem neuen Zusammenhang darzustellen.

„Wir wollen mit unserer Ausstellung das Lebenswerk von Alf Lechner ehren und sind sehr stolz, die Arbeiten eines der wichtigsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit zeigen zu dürfen“, sagte Akademiedirektor Dr. Florian Schuller. Das sei umso mehr eine Freude, weil Alf Lechner in der Mandlstraße 24 aufgewachsen sei. 1956 dann hat sich Alf Lechner die Dachgeschoß-Wohnung in der Mandlstraße 28 renoviert und mit seiner Familie dort bis 1965 gelebt. „Das heißt, er hat den Bau der Katholischen Akademie von1960 bis 1962 aus seinem Fenster beobachten können“, so Florian Schuller.
Und noch eine zweite Koinzidenz erwähnte der Akademiedirektor auf der Vernissage. Genau 50 Jahre sei es her, dass Alf Lechner seine erste Ausstellung in München in der Galerie Heseler zeigen konnte; so würden nun seine Werke wieder in „seine“ Stadt zurückkommen.

Und Daniel McLaughlin, Kurator im Lechner Museum in Ingolstadt, ergänzt: „In der Kunst hat Alf Lechner das Material Stahl in all seinen Möglichkeiten ausgetestet und die Grenzen des Machbaren unter Zuhilfenahme maximaler industrieller Fertigungsmöglichkeiten erweitert. Seine Faszination mit dem Material, seiner Ausdruckskraft und Formbarkeit ist in den ausgestellten Werken erlebbar – genau an dem Ort in München, an dem sein Weg in die Kunst begann.”

Zu sehen sind bis zum 9. September 2018 im Tagungszentrum und auf Freiflächen vor und in der Katholischen Akademie neben den „Doppelten Würfelschnitten”, drei große, 90 Tonnen schwere Massivstahl-Skulpturen seiner letzten Werksgruppe, auch großformatige Collagen und Zeichnungen. Sie vermitteln einen intensiven Eindruck über die Beziehung der Schaffenskraft des Künstlers zur geometrischen Form und der daraus entstehenden Körper.

Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. Bitte beachten Sie: Da in den Ausstellungsräumen auch Veranstaltungen stattfinden und die Katholische Akademie im August Betriebsurlaub hat, ist es sinnvoll, sich vorab unter der Telefonnummer 089/38 10 2-0 über die möglichen Besichtigungszeiten zu informieren.

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